Die Rückeroberung der Verantwortung des Architekten

Parametrisches Design und künstliche Intelligenz zur Planbearbeitung sind hierzulande noch selten anzutreffen. Daneben wird sich Bauen durch Effizienz- und Kostendruck verändern. Es gilt frühzeitig Kompetenzen in neuesten Technologien aufzubauen, um nicht plötzlich abgehängt zu werden. Doch es gibt noch viel Gegenwehr, weil die Angst besteht, dass der kreative Aspekt der Architektur beeinträchtigt werden könnte.

Diskussionen über die Digitalisierung unserer Disziplin und der Baubranche als Ganzes verlaufen häufig emotional und wenig sachlich. Im Interview mit dem Architekten und Datenwissenschaftler Stanislas Chaillou fragt Andres Herzog, Hochparterre vom 31. August 2020, weshalb es in der Schweiz kaum ein Büro gibt, das parametrisches Design verwendet, geschweige denn KI Künstliche Intelligenz. Parametrisches Design wird gemäss Chaillou häufig nur in grossen Büros verwendet. Zurzeit gibt es in der Schweiz weder Bedarf noch Anreiz für diese Technologien. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden solche Modelle aber in die herkömmliche Planungssoftware integriert sein und jedem Architekturbüro zur Verfügung stehen. In den USA arbeiten bereits viele Architekturbüros eng mit Technologiefirmen zusammen.

CAAD Computer Aided Architectural Design
1967 begann die Architectural Machine Group am MIT zu untersuchen, wie Maschinen den kreativen Prozess unterstützen können. Ein halbes Jahrhundert später sehen viele Architekt*innen den Computer immer noch als Hürde für die Kreativität. Gemäss Beobachtungen von Stanislas Chaillou fühlt sich dabei die Technologie an wie ein Hindernis für den kreativen Geist, weil die Software oft vordefiniert ist und Architekt*innen dazu zwingt, ihre Denkweise der Maschine anzupassen. Beim parametrischen Entwurf, bei dem Architekt*innen Regeln programmieren, um den Entwurfsprozess zu unterstützen, lautete die Prämisse: Wenn dich die Software frustriert, arbeite direkt mit der darunter liegenden Mechanik: dem Code.

Disruption im Bausektor
Die Auswirkungen solcher Denkweisen auf die Bauindustrie sind gemäss Chaillou noch in der Frühphase. Es gibt also immer noch eine grosse Lücke, die Architekt*innen schliessen können. Um sich an den heutigen Diskussionen zu beteiligen, sind Codierungskenntnisse hilfreich, oder man wartet einige Jahre, bis die Werkzeuge Teil der Software sind. Wichtig ist, dass Architekt*innen sich in das Thema einlesen und eine gewisse Kompetenz aufbauen. Zurzeit ist leider immer noch klar festzustellen, dass sich nahezu alle am Bau Beteiligten zu digitalisieren beginnen, ausser die Architekten. Dort dominiert weiterhin Moleskine.

Rückkehr zur Verantwortung mit smino
Die Beispiele zeigen, wie die Digitalisierung weiter voranschreitet und sie als nützliches Hilfsmittel, nicht als Feind betrachtet werden kann. Bis an den Hochschulen für Architektur Programmiersprachen ein Pflichtfach werden, wird es wohl noch eine Weile dauern. Dafür helfen Firmen wie smino den Projektbeteiligten die Lücke der Digitalisierung zu Füllen und sie bei der digitale Kollaborationslösung, der Transparenz und schlussendlich bei der Wahrnehmung der Verantwortung zu unterstützen. Als IT-Unternehmen in der Bauindustrie ist smino bestrebt, die digitale Transformation der Baubranche entscheidend mitzugestalten und voranzutreiben. Wir stehen alle in der Verantwortung eine gebaute Umwelt zu schaffen, die sinnvoll, nachhaltig und durchdacht ist. Der Einbezug von neuen Technologien zur Entwicklung von neuen Designs fördert auch die Glaubwürdigkeit gegenüber Auftraggebenden. Die Nutzung digitaler Kollaborationswerkzeuge in Planung und Bau führt zur Reduktion von Fehlern, Doppelspurigkeit und schafft Übersicht. Die Plattform smino ist bestrebt sich, in Zusammenarbeit mit Kunden und Expertengruppen aus der Baubranche, stets weiterzuentwickeln, neue Funktionalitäten anzubieten oder zu anderen bewährten Softwareunternehmen Schnittstellen zu schaffen.

Text: Werner K. Rüegger
Bild: ROB-wall, parametrisches Design auf dem Areal der Keller Ziegeleien Pfungen, Bild: WKR

Quellen:
Hochparterre
radical-pedagogies

 

9. September 2020 | Kategorie: Allgemein, Digitalisierung